Kasseler Komik Kolloquium

„Obsession und Desaster“: Kirsten Fuchs, Chrizzi Heinen, Thomas Kapielski; Jochen Krajewski liest Ingomar von Kieseritzky

Kirsten Fuchs
Kirsten Fuchs – Foto: Anja Köhne
Chrizzi Heinen
Chrizzi Heinen – Foto: Heiko Marquardt
Thomas Kapielski
Thomas Kapielski – Foto: Sven Heine
Jochen Krajewski
Ingomar von Kieseritzky – Foto: Sven Heine

Fr / 6.3. / 19.30 Uhr / Museum für Sepulkralkultur

Zwischen Obsession und Desaster: spätestens nach dem Sex ist Vergänglichkeit – oder auch schon dabei und davor: „Wenn man jung ist, hat man einfach Sex, aber wenn man älter wird, weiß man immer, es könnte das letzte Mal sein,“ so Kirsten Fuchs. Oder anders Thomas Kapielski: „Hin geht die Zeit, her geht der Schnitter. Viel Haar und auch zwei Zähne sind längst mir bestattet. Ermattet hängen Backe und Sack.“ Chrizzi Heinen lässt ein im Bad installiertes schwarzes Loch zum Kraftfeld für Liebe und Tod werden. Und der Erzähler von Ingomar von Kieseritzkys „Jenseitsbaedecker“ wohnt seiner eigenen Beisetzung bei und dringt als Geist dabei noch einmal in und durch eine Verflossene. Jochen Krajewski, Sprecher und Gitarrist, wird diesen Text als Hommage an den im Mai verstorbenen Ingomar von Kieseritzky vortragen und die Beiträge des Abends musikalisch verknüpfen. Heiner Boehncke von den Freunden und Förderern des Literaturlands Hessen führt durch den Abend.

Alle vier Autorinnen und Autoren des Abends wurden in Kassel ausgezeichnet: Ingomar von Kieseritzky 1999 und Thomas Kapielski 2011 mit dem „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“, Kirsten Fuchs 2016 und Chrizzi Heinen 2020 mit dem „Förderpreis komische Literatur“.
Ingomar von Kieseritzky wurde 1944 in Dresden geboren und starb am 5. Mai 2019 in Berlin. Seine seit 1968 erschienenen Romane locken mit Titeln wie „Obsession. Ein Liebesfall“, „Das Buch der Desaster“, „Kleiner Reiseführer ins Nichts“ oder „Traurige Therapeuten“. Daneben entstanden weit über 100 Hörspiele.
Thomas Kapielski, Jahrgang 1951, ist Berliner. Der Mehrspartenkünstler schreibt, zeichnet und kritzelt, malt Ölschinken, fotografiert, filmt und musiziert. Seit 1976 erscheint sein außergewöhnliches Prosawerk mit Romanen, Gottesbeweisen, Kunstkritik, oder A- und So-phorismen.
Kirsten Fuchs, geboren 1977 in Karl­Marx­Stadt, schreibt Romane, Erzählungen, Kolumnen, Theaterstücke, Kinderbücher. Souverän beherrscht sie das Komische zwischen Albernheit, Wortspiel, Situationskomik und Satire, wie auch ihr jüngster Erzählband „Signalstörung“ zeigt.
Chrizzi Heinen ist Autorin von Erzählprosa und Hörspielen, bildende Künstlerin, Kuratorin und promovierte Musikwissenschaftlerin. 2019 erschien ihr Romandebüt „Am schwarzen Loch“.

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